Aktuelles vom Pfälzischen Sportmuseum

Hockey: TG Frankenthal blickt im Sportmuseum auf Sensation von 1984 zurück

12.06.2017 11:28 von Finja Coerdt

Foto: Peter Trump übergibt das neue Exponat.
Peter Trump übergibt das neue Exponat.

Die Turngemeinde gewann gegen Royal Uccle Sport Brüssel 3:2 und holte im spanischen Terrassa den Feldhockey-Europapokal der Landesmeister. Oft sehen sich die alten Kempen nicht, sehr
zu ihrem Bedauern. Am 10. Juni, da sich das Turnier zum 33. Mal jährte, kam jedoch ein Großteil der Truppe von damals im Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein zusammen.
Auch wenn das Ereignis schon über drei Jahrzehnte zurückliegt – Peter Trump, der Kapitän der 84er-Truppe, weiß zu jedem ein paar Anekdötchen.
Den damaligen Spielertrainer Reinhart Lange nennt er »Turm in der Schlacht«, Heiner Dopp sei manchmal zu verspielt gewesen. »Aber das haben wir ihm verziehen, weil er so tolle Sachen gemacht hat.« Und Physiotherapeut Günter Fellhauer habe immer für die richtige Mischung beim Lumumba gesorgt – nach den Spielen, natürlich. Dieter Noppenberger, Präsident des Sportbundes Pfalz, nannte es eingangs einen »speziellen Cocktail, der zum Erfolg führte«. Als Asmus Kaufmann, Kurator des Museums, Ausschnitte der Spiele zeigt, kann man nostalgisch werden. Es sind Bilder des EPF (Erstes Privates Fernsehen).
Ziel sei damals ja nur der fünfte Platz gewesen. »Damit der deutsche Meister auch in der kommenden Saison in der A-Gruppe spielen konnte«, meint Peter Trump.
Der Weg ins Finale führte über den HC Spei (Italien), der 4:3 bezwungen wurde, Klein Zwitserland (Niederlande, 2:1) und Neston HC (England, 1:1). Vor allem bei den Bildern aus der Partie gegen die Niederländer sind die Erinnerungen lebendig. Und die Bilder teilweise leider gar nicht schön, weil das linke Knie des jungen Peter Trump auf eine ungesunde Größe angeschwollen war. Deshalb verpasste er auch das Finale gegen Brüssel.
Besondere Aufmerksamkeit verdiente damals Michael Kohl. Zu TV-Interview-Ehren kam er, weil er 1984 nur 16 Lenze zählte. Das Nesthäkchen der Truppe. »Das war schon ein super Erlebnis«, meinte Kohl am Samstag. »Zumal er bei mir auf dem Zimmer war«, ergänzte Gerhard Metzler, der laut Trump sehr lauffreudig und kampfstark gewesen ist. »Ein Ereignis, dass man nie vergisst«, sagt Kohl. Er habe sich den Film schon mal privat angesehen. Mit den Kameraden von damals sei es aber etwas Besonderes. Die Medaille, die es damals gab, liege in einer Vitrine, sodass er sie jeden Tag sehe. »Ich schaue jeden Abend drauf«, sagt er und lächelt. Heiner Dopp hat das Video nach eigener Aussage seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. »Ich habe es mal in Dürkheim vor einem Spiel als Motivationshilfe benutzt«, gesteht er beim Umtrunk.
»Durch die Reisen fürs Hockey haben wir uns weiterentwickelt. So haben wir die Welt gesehen«, sagt Dopp, von dem auch einige Exponate im Sportmuseum zu bestaunen sind. Es sei der Teamgeist gewesen, betonen die Spieler, der die Mannschaft damals ausgezeichnet habe. Und Thomas Hahl, laut Trump damals ein laufstarker Stürmer, hebt noch den Siegeswillen hervor. »Auch in den Trainingsspielen! « Und selbstverständlich haben die Europapokalsieger von 1984 auch die Sammlung des Museums erweitert. Ein Schläger von Peter Trump mit den Unterschriften der Helden von Terrassa sowie ein Foto der Mannschaft von damals gehören seit 10. Juni zum Bestand. ‹
Christian Treptow

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