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Die neue Datenschutz-Grundverordnung. Ignorieren oder Akzeptieren?

19.02.2018 14:24 von Finja Coerdt

Rechtsanwalt Dr. Falko Zink
Rechtsanwalt Dr. Falko Zink

Ein Artikel unseres Rechtsanwalts, Dr. Falko Zink:

Die neue Datenschutz – Grundverordnung. Ignorieren oder Akzeptieren?

Am 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Sie wird sich nachhaltig auf die Tagesabläufe in den Vereinen und Verbänden auswirken. Die Intention der neuen Rechtslage ist die Harmonisierung des Datenschutzes in der EU sowie die Reaktion des Gesetzgebers auf den technologischen Wandel. Im Gegensatz zum bisherigen Recht wurden Informations- und Auskunftspflichten sowie Dokumentations– und Nachweispflichten für die Daten verarbeitenden Institutionen ausgeweitet. Verstöße gegen die Verordnung können mit Bußgeldern bis zu 20 Millionen Euro, mit Schadensersatzforderungen oder der neu eingeführten Verbandsklage geahndet werden.

Wohl ausnahmslos jeder Verein verarbeitet personenbezogene Daten und unterliegt daher dieser neuen Verordnung, denn: personenbezogene Daten sind "alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen". Hierunter fallen in jedem Fall die Vereinsmitglieder sowie Wettkampfteilnehmer, Spender, Trainer, Ausbilder, sonstige Beschäftigte und dergleichen. Besondere Beachtung ist daher der Speicherung von personenbezogenen Daten in der digitalen Welt und der Verbreitung in den sozialen Medien zu schenken. Fragen einer fairen und transparenten Datenverarbeitung, des Schutzes von Minderjährigen, der Meldung von Verstößen oder sonstige Verhaltensregeln sind an den Maßstäben und Grundsätzen dieser neuen Verordnung zu messen.

In den Vereinen wird es zu Umstellungen kommen müssen. Der Sportbund Pfalz hat die anstehenden Themen früh erkannt und bereits Vorbereitungen für die neue Rechtslage getroffen. Vertragsmuster, Checklisten und Entwürfe von Verzeichnissen sind in Vorbereitung und können von den Vereinen in Verbindung mit entsprechendem umfangreichem Seminarangebot in Kürze bezogen werden. Die Seminare werden sich speziell an den Bedürfnissen der Vereine ausrichten; es werden die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung von erhobenen Daten angesprochen, Fragen der Datensicherheit und des Vertragswesens erörtert und erläutert, ob ein Datenschutzbeauftragter eingesetzt werden muss.

Die Vereine, speziell das Ehrenamt, werden sich den Anforderungen stellen müssen. Die Befassung mit den anstehenden Themen ist machbar, insbesondere wenn die zur Verfügung stehenden Hilfestellungen aufgegriffen werden. Andernorts würde man formulieren: "wir schaffen das".

 

Bei unserem "Symposium Recht & Steuern", am 09. März in Kaiserslautern werden wir auf die Veränderungen im europäischen Datenschutzrecht eingehen. Hier finden Sie alle Informationen zur Veranstaltung.

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