Gegen Missbrauch und (sexualisierte) Gewalt

Hände weg von unseren Kindern
Kein Missbrauch

Verurteilung von Missbrauch und (sexualisierter) Gewalt

Kaum ein anderes Thema bewegt die Gesellschaft mehr, als die Berichte zum (sexuellen) Missbrauch an Minderjährigen bzw. Schutzbefohlenen. Wenn wir darüber hinaus noch aus den Medien Einzelheiten erfahren, so sind wir umso stärker betroffen. Wir fragen uns immer häufiger, wie Kinder ungehindert über einen so langen Zeitraum gemobbt, geschlagen oder (sexuell) belästigt werden konnten und vielleicht auch weiterhin können.

Potentielle Täter suchen sich zielgerichtet Vereine und Verbände aus, um während eines Engagements im Kinder- und Jugendbereich ihre Macht- und Autoritätsposition auszunutzen. Für den Außenstehenden ist es äußerst schwierig, strafbare Handlungen von notwendiger Zuwendung zu unterscheiden und die richtige Entscheidung zu treffen. Dennoch können wir eine Menge tun, Kinder zu schützen, ohne falsche und voreilige Verdächtigungen zu erheben.

Auch im Bereich des Sportbundes Pfalz sind mögliche Praktiken von Kindesmissbrauch keineswegs auszuschließen. Deshalb schenken Sportbund Pfalz und Sportjugend Pfalz gemeinsam diesem Thema besondere Beachtung. Den Mitgliedsverbänden und –vereinen obliegt die Sorgfaltspflicht ihrer anvertrauten Kinder und Jugendlichen und der damit verbundenen Auswahl entsprechender Übungs- und Jugendleiter. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Polizeidirektionen Westpfalz und Rheinpfalz ein Konzept zur Hilfestellung, das insbesondere die kompetenten Fachleute verschiedener Organisationen in Form eines Netzwerks mit einbindet, erarbeitet. Darüber hinaus haben wir dieses Thema als festen Bestandteil in unsere Aus- und Fortbildungen aufgenommen.

Die Sportjugend Pfalz hat zudem in ihrem Freizeitbereich präventive Maßnahmen erarbeitet, um Kinder und Jugendliche vor möglichen Übergriffen zu schützen. So sind das erweiterte Führungszeugnis als auch der Kodex unabdingbare Voraussetzungen für die Aufnahme möglicher Betreuer in unseren Pool.

Sportbund und Sportjugend Pfalz  verurteilen jede Form von Gewalt und Missbrauch, insbesondere jede sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Helfen Sie mit, unsere Kinder vor Missbrauch zu schützen, helfen Sie mit bei einer sorgfältigen Aufklärung!

Sollten Sie Hinweise erhalten oder selbst Beobachtungen machen, die auf einen Missbrauch hindeuten, so finden Sie hier unsere kompetenten Ansprechpartner unseres weitreichenden Netzwerks, die Ihnen gerne weiterhelfen.

Weitere Gedanken zu diesem Thema haben wir im Pfalzsport, Ausgabe 07/08 2010 auf den Seiten 22 und 23 veröffentlicht.

Allen Vereinen schlagen wir darüber hinaus vor, sich unseren Ehrenkodex auszudrucken sowie die entsprechenden Infos zu beachten und von allen in der Vereinsjugendarbeit tätigen Mitarbeiter unterschreiben zu lassen. Dieser Ehrenkodex sowie das erweiterte Führungszeugnis sind auch Voraussetzung einer Tätigkeit als Freizeit-Betreuer bei der Sportjugend Pfalz. Die Sportjugend Pfalz übernimmt darüber hinaus die Handlungsempfehlungen der Kolpingjugend Heppenheim im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bei Freizeiten.

Ebenfalls haben wir hier die beiden Broschüren der dsj, unserer Dachorganisation, hinterlegt. In einer ersten Broschüre sind Rechtsfragen zum Thema sexualisierte Gewalt aufgeführt, eine weitere dient als Handlungsleitfaden zur aufgeführten Problematik. Darüber hinaus enthält auch die Broschüre des Landessportbundes Rheinland-Pfalz weitere Informationen zum Thema. Weitere Informationen und Downloads finden sie auch auf der Homepage der Deutschen Sportjugend (dsj) unter www.dsj.de/kinderschutz.

Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen
Sexualisierte Gewalt ist eine der häufigsten Formen von Gewalt unter Jugendlichen und tritt in einem Spektrum von Gewalt ohne Körperkontakt (z.B. verbale Belästigung) bis hin zu sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt (z.B. Grapschen, Vergewaltigung) auf. Sie findet im öffentlichen Raum (z.B. Schule, Ferienlager, Sportverein) oder in Partnerschaften statt und wird häufig als weniger problematisch wahrgenommen bzw. bagatellisiert. Die dsj (Deutsche Sportjugend) hat daher "10 Spielregeln für ein respektvolles und aufmerksames Miteinander" als ein Instrument zur Prävention (sexualisierter) Gewalt unter Jugendlichen entwickelt, um Jugendliche für ein gewaltfreies Miteinander zu sensibilisieren.

Sexualisierte Gewalt und Rechtsextremismus
Verstärkt versucht auch die rechtsextreme Szene das Thema für sich zu nutzen. Dabei geht es ihnen allerdings weniger um den Kinderschutz, als vielmehr eine weitere Plattform ihrer Ideologie zu erhalten. Die Broschüre "Instrumentalisierung des Themas sexueller Missbrauch durch Neonazis" versucht, die eigentliche Motivation dieser Gruppierung herauszustellen und entsprechend zu bewerten.


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