| Ein Beitrag von Iris Pasker-Horwath |
Im Rahmen der Reihe »Was bewegt dich andere zu bewegen?« werden unterschiedliche Menschen vorgestellt, die sich im pfälzischen Breitensport als Übungsleiter (ÜL) engagieren und somit einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten. Dieses Mal durfte ich einen Übungsleiter in einer sogenannten »Randsportart« interviewen.
Es geht um den Kanufreizeitsport. Sein Verein befindet sich in der Nähe der größten Industriestadt von Rheinland-Pfalz, Ludwigshafen, liegt aber mitten in herrlicher Natur,
direkt am Rhein.
Stelle dich bitte unseren Lesern kurz vor:
»Mein Name ist Marcus Kempf und ich bin 46 Jahre alt.«
In welchem Verein und in welcher Sportart bist du als ÜL aktiv?
»Ich bin Übungsleiter und Jugendwart bei der Paddler-Gilde Ludwigshafen.«
Was macht du im Alltag außerhalb des Sports?
»Ich bin Elektroingenieur und arbeite im Asset-Management in der Netzausbauplanung. Ich leite ein Planungsteam.«
Hast du außer Paddeln noch andere Hobbys?
»Im Winter gehe ich Skifahren – übrigens fast immer mit den Vereinskameraden der Paddler-Gilde. Außerdem koche ich leidenschaftlich gerne.«
Nun zu eurer Arbeit als Übungsleiter: Wie lange bist du schon als ÜL aktiv?
»Seit ich 18 Jahre alt bin – also schon fast 30 Jahre.«
Habt du dafür eine Qualifikation erworben?
»Ja, ich habe die Trainer C-Lizenz für den Kanufreizeitsport. Diese habe ich beim Pfälzischen Kanuverband erworben. Außerdem habe ich auch die Vereinsmanager C-Lizenz, die Rettungsschwimmer-Lizenz in Silber und bin SUP-Instructor, lizensiert vom Deutschen Kanuverband.«
Hast du auch andere Vorerfahrungen bzw. warum bist Übungsleiter geworden?
»Ich bin quasi auf dem Vereinsgelände der Paddler-Gilde groß geworden. Mein Vater hat sich dort schon immer engagiert. Als Kind bin ich schon mit 12 Jahren in Jugendgruppen aktiv dabei gewesen, bei der Evangelischen Jugend Ludwigshafen als Freizeitbetreuer mitgefahren und als ich 18 wurde, habe ich bei den Freizeiten dann selbst mit einem Team die Leitung übernommen. Das war quasi eine günstige Gelegenheit Urlaub zu machen. Das Organisieren und Betreuen war zwar anstrengend, hat mir aber schon immer Spaß gemacht.«

Auch im Winter voll dabei mit Indoor-Training, wie z.B. Tabata-Training oder internen Challenges.
Wie viele Gruppen betreust du aktuell und wie ist das Alter der Teilnehmenden?
»Aktuell übernehme ich sowohl das Sommertraining auf dem Wasser von ca. Ende März bis Ende September, wie auch das Wintertraining in unserer Halle in der Altersklasse von 8-15 Jahren. Im Sommer macht es natürlich besonders viel Spaß, die kanurelevanten Techniken zu vermitteln und in herrlicher Natur draußen zu sein. Aber auch im Winter haben wir großen Spaß bei unserem Tabata Training und bei unseren internen Challenges, wie z. B. der Plank Challenge bei lauter, motivierender Musik.«
Wie viel Zeit außerhalb der Trainingsstunden wendest du zur Vorbereitung bzw. bei besonderen Veranstaltungen auf?
»In etwa 1 Stunde pro Woche und übers Jahr mehrere Wochenenden, wenn wir ein- oder mehrtägige Kanufahrten unter nehmen oder Schnupperkurse anbieten.«
Besuchst du auch Fortbildungen oder woher nimmst du Ideen für deine Übungsstunden?
»Da fallen mir die Fortbildung zum Thema Training mit ADHS betroffenen Kindern ein, oder auch Seniorensport, die ich beide beim Sportbund Pfalz mitgemacht habe. Ich nehme da viel mit und finde das interessant, obwohl ich das momentan selbst nicht anbiete. Auch manche Artikel aus dem Pfalzsport-Magazin oder von der Homepage des Deutschen Kanuverbandes liefern mir gute Anregungen. In letzter Zeit nutze ich auch die künstliche Intelligenz und lasse mir Vorschläge für Trainingspläne machen.«
Was bedeutet dir die ÜL-Tätigkeit, was motiviert dich?
»In unserem Sport schaffen wir es jedes Kind zu integrieren. Nicht nur das Sportliche zählt. Obwohl jeder allein in seinem Boot sitzt, sind wir eine tolle Gemeinschaft. Das Umweltbewusstsein und der Naturschutz machen auch einen großen Teil in unserem Sport aus. Und ich fühle mich sowohl von den Kindern als auch den Eltern sowie dem gesamten Verein wertgeschätzt und unterstützt. Das sehe ich als großes Privileg. Bei uns werden die Jugendlichen von Anfang an in allen Bereichen mit eingebunden. Das finde ich gut, und das zu begleiten motiviert mich sehr.«
Was wünschst du dir bzgl. deiner Übungsleitertätigkeit für die Zukunft?
»Im Verein ist jetzt schon alles bestens. Um im Allgemeinen noch mehr für den Kanufreizeitsport zu tun, engagiere ich mich seit diesem Jahr als Verbandsjugendwart, um mitzuhelfen den Kanufreizeitsport in eine moderne Zukunft zu führen.«