| Ein Beitrag von Iris Pasker-Horwath |

Im Rahmen der Reihe »Was bewegt dich andere zu bewegen?« werden unterschiedliche Menschen vorgestellt, die sich im pfälzischen Breitensport als Übungsleiter (ÜL) engagieren und somit
einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten.
Für diesen Artikel durfte ich Carmen Lossen, eine hoch motivierte, engagierte und über den Tellerrand des Sportes hinausschauende Übungsleiterin, kennenlernen. Carmen hat durch ihren Einsatz für die Nachhaltigkeit im Sport allein und auch mit ihrem Verein mehrere Preise im Bereich Nachhaltigkeit gewonnen. Im letzten Jahr hat der Kinderturn-Club, ein Konzept des Deutschen Turner-Bundes zur Förderung des Kinderturnens in seinen Mitgliedsvereinen, sie zur »Clubleiterin des Jahres« im Bereich Nachhaltigkeit gekürt. Sie hat sich im Jahre 2024 am Nachhaltigkeitsprogramm, im Vorfeld des Deutschen Turnfest, intensiv mit dem Thema befasst und in ihren Stunden viele Ideen praktisch umgesetzt. Sie nutzt Alltagsmaterialien kreativ weiter, repariert Geräte, fördert Fahrgemeinschaften und bezieht Eltern und Kinder
aktiv in die Umsetzung mit ein. Themenstunden wie »Wildbienen« oder »Spiele mit Müll« stärken das Bewusstsein für einen achtsamen Umgang mit Ressourcen.

Liebe Carmen, stelle dich den Lesern bitte kurz vor:
»Ich bin Carmen Lossen, 52 Jahre alt. Seit 1992 bin ich als Übungsleiterin tätig. Im TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg bin ich in vier Gruppen als Übungsleiterin aktiv.«

Welche Gruppen sind das?
»Die jüngsten Gruppenteilnehmer habe ich im Eltern-Kind-Turnen ab ca. 1 1/2 Jahren, die beide anderen Kinderturngruppen sind die Kindergartenkinder und die Schulkinder bis ca. 10 Jahre. Im Bereich des Seniorensports biete ich eine Wirbelsäulengruppe mit Teilnehmern zwischen ca. 60 und 90 Jahren an.«

Carmen freut sich mit den Kindern über jeden Fortschritt.

Das klingt nach einem hohen zeitlichen und persönlichen Einsatz. Bist du außerdem berufstätig und bleibt auch Zeit für andere Hobbies?
»Ich arbeite an einer Privatschule als Sekretärin in der Buchhaltung. In der verbleibenden Zeit arbeite ich in meinem Garten und nähe oder stricke gerne.«

Wie hat dein ÜL-Engagement begonnen und hast du dafür eine Qualifikation?
»Ich komme selbst aus dem Gerätturnen, habe dort als Helferin angefangen und schließlich mit 18 Jahren die ÜL-C-Lizenz erworben. Einige Jahre später kamen noch die ÜL B-Lizenz in »Haltung und Bewegung« und der (übrigens sehr empfehlenswerte) DOSB Vereinsmanager C dazu.«

Wie schaffst du es nach so vielen Jahren noch neue Ideen zu haben?
»Ich nehme gerne an Fortbildungen in verschiedenen Verbänden (Dt. Turnerbund, Dt. Behindertensportverband, etc.) und ihren Unterorganisationen teil. Durch den Kinderturn-Club erhalte ich regelmäßig Stundenbilder, die ich in den Kinderturnstunden einfließen lasse. Aber auch Fortbildungen des Sportbundes Pfalz und des Landessportbundes besuche ich live oder online, da gehen pro Woche schon einmal ein paar Stunden drauf.«

Was motiviert dich und was bedeutet dir dein Einsatz ?
»Jede Woche gibt es ein Highlight in den Stunden, ob sich ein Kind endlich traut alleine über einen hohen Balken zu laufen oder die Freude, die strahlende Kinderaugen zeigen, wenn sie endlich an die Geräte dürfen. Bei den Senioren ist es schön zu sehen wie jeder an seine Grenzen geht und ich schätze das lang gewachsene Gruppengefühl.«

Was bleibt an Wünschen für dein Ehrenamt übrig?
»Ich hoffe sehr, dass sich wieder mehr Menschen im Verein einbringen, ob als Übungsleitende, Helfende oder im Vorstand. Denn es ist nicht nur ein Geben, man bekommt auch viel aus dem Ehrenamt zurück«