Die Tatsache, dass die rheinland-pfälzischen Sportvereine und -verbände derzeit nicht flächendeckend und umfangreich auf staatliche Unterstützungsprogramme zurückgreifen können, kann nach Überzeugung der drei regionalen Sportbünde und des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB) nicht als Beleg für fehlende Schäden herangezogen werden. Umso wichtiger ist es, die entstehenden Schäden im Sport konkret und transparent zu machen. In diesem Zusammenhang sind die Sportvereine und -verbände im Land aufgefordert, sich an einer zweiten Online-Umfrage rund ums Thema „Corona & Sport“ zu beteiligen, die gemeinsam mit dem Trierer Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) konzipiert wurde.

Ziel der Befragung ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den rheinland-pfälzischen Sport zu erfassen und daraus Strategien abzuleiten, um die Zukunft der Vereine zu sichern. So wird unter anderem danach gefragt, in welchen Bereich die Vereine in Zukunft den größten Finanzbedarf sehen, an welchen Stellen die Vereine durch die coronabedingte Auflösung der Rücklagen auf absehbare Zeit Geld fehlt oder auch ob sie langfristig – also mit Beginn des kommenden Jahres – finanzielle Schwierigkeiten auf sich zukommen sehen.

„Wir bitten Sie, an der Befragung teilzunehmen“, so der Appell der Sportbünde Pfalz, Rheinhessen und Rheinland sowie des LSB. „Mit fünf Minuten Ihrer Zeit helfen Sie uns, die Auswirkungen des Corona-Virus auf den rheinland-pfälzischen Sport besser zu verstehen.“

Fakt ist: Die Corona-Pandemie dauert an – und von Woche zu Woche werden die befürchteten und prognostizierten Kollateralschäden im rheinland-pfälzischen Sport sichtbarer. Angesichts wieder steigender Neuinfektionen und einer damit einhergehenden erneuten Verunsicherung bei den Verantwortlichen in der Politik sowie bei vielen Mitgliedern in den Vereinen und Verbänden, wird der Kurs des „auf Sicht Fahrens“ wohl noch längere Zeit beibehalten werden müssen. Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus hatten und haben massiven Einfluss auf den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Land. Sportstätten und Vereinsgaststätten wurden geschlossen. Damit verbunden sind Einnahmeausfälle der Vereine, die mitunter existenzbedrohend sind.

Bereits im April hatten die knapp 6.000 Sportvereine und 250 Sportfachverbände die Chance, zu erwartende finanzielle Schäden über ein digitales Meldesystem dem LSB und den Sportbünden im Land mitzuteilen. Damals ging es um die Frage, wie sich die Einnahmen der Vereine und Verbände durch die Corona-Krise geschätzt bis Ende 2020 verändern. Ziel war es, ernsthafte Konsequenzen für den Sport zu sichten, mit der Politik zu diskutieren und so die Grundlage für den dann seitens der Landesregierung im Mai aufgelegten Schutzschild für in Not geratene Vereine zu schaffen.