| Ein Beitrag von Iris Pasker-Horwath |
Im Rahmen der Reihe »Was bewegt dich andere zu bewegen?« werden unterschiedliche Menschen vorgestellt, die sich im pfälzischen Breitensport als Übungsleiter (ÜL) engagieren und somit
einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten.
Passend zu der Schlagzeile im Frühling 2026: »Erste Frau ist Cheftrainerin in der Männer Fußball-Bundesliga«, zeigt uns dieses Portrait eine starke Frau unter lauter Männern: Michelle Kirschke ist die einzige weibliche Fußballtrainerin unter 41 männlichen Kollegen im JFV Freinsheim-Weisenheim-Kirchheim.
Liebe Michelle, stelle dich unseren Lesern bitte kurz vor:
»Mein Name ist Michelle Kirschke und ich bin 33 Jahre alt. Ich arbeite in Vollzeit als gelernte Einzelhandelskauffrau und dort im Bereich Obst und Gemüse. Ich entstamme einer Fußballerfamilie und habe mit drei Jahren schon bei den Bambinis mit Fußball spielen angefangen. In den ersten Jahren bis zur C-Jugend spielte ich dabei mit den Jungs beim TuS Sausenheim zusammen. Als dies nicht mehr ging, bin ich in die Frauenmannschaft des SV Obersülzen gewechselt, wo ich Verbandsliga gespielt habe. Danach war ich noch einige Zeit bei der SG Grünstadt-Kerzenheim-Sausenheim.«
Und nun bist du Trainerin. Wie kam es dazu?
»Insgesamt 25 aktive Jahre hatte ich als Spielerin. Nach einer kurzen Pause begann ich dann als Trainerin beim SV Kirchheim, welcher jetzt ein Teil des o. g. Jugendfördervereines ist. Schon als ich noch selbst aktiv war, wollte ich später immer Trainerin sein. Meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Leidenschaft an Kinder weitergeben, das hat mich dazu gebracht.«

Michelle Kirschke: Fußballerin und Trainerin mit Leib und Seele.
Welche Mannschaft betreust du?
»Seit zweieinhalb Jahren begleite ich meine jetzige Mannschaft von den Bambinis bis zur F-Jugend. Zum Teil waren auch Mädchen dabei, aber momentan besteht das Team nur aus Jungs im Alter von 7 bis 8 Jahren. Wir nehmen am offiziellen Kinderfußball-Spielbetrieb teil. Dieser sieht geplante Spiele vor, allerdings ohne Wertung bzw. Tabelle.«
Wie oft findet man dich auf dem Fußballplatz und wie viel Zeit investierst du in dein Ehrenamt?
»Wir trainieren jede Woche zweimal eineinviertel Stunden. Dabei bin ich meist eine halbe Stunde früher da, um schon Vorbereitungen zu treffen. Auch im Vorfeld investiere ich pro Woche durchschnittlich noch ein bis zwei Stunden, um mir Übungen usw. auszudenken. An den Wochenenden laufen dann unsere Spiele. Übrigens ist mein Bruder Denis mein Co-Trainer und somit läuft das alles bestens.«
Findest du neben diesem beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz noch Zeit für andere Hobbies?
»Ich laufe regelmäßig, betreibe Kraftsport und als echtes Pfälzer Mädel besuche ich natürlich gerne Weinfeste.«
Hast du eine Übungsleiter Qualifikation und wie findest du neue Ideen?
»Ich habe beim SWFV die Lizenz »Kindertrainer« erworben. Viele Trainingsinhalte kann ich noch aus dieser Zeit verwenden, aber auch interne Fortbildungen, die unser Jugendförderverein anbietet, nutze ich sehr gerne. Anfangs habe ich mir auch viele Anregungen aus Büchern geholt. Jetzt nutze ich auch das Internet.«
Was motiviert dich?
»Fußball war und wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Nach der kurzen Pause nach meiner eigenen aktiven Laufbahn, hat es mich bald wieder auf den Platz gezogen. »Meine Kinder« haben einen solchen Spaß, ihr Lachen zu hören und zu sehen bzw. mitzubekommen, wie sie ihre Leistung und ihren sportlichen Ehrgeiz entwickeln, das ist wirklich schön. Mir ist es auch sehr wichtig, die Bedeutung von Teamgeist, Fairness und Freundschaft zu vermitteln. Ich bin stolz darauf, wie das Früchte trägt.«
Was wünschst du dir für die Zukunft bezüglich deiner Trainertätigkeit?
»Also ehrlich gesagt bin ich jetzt sehr zufrieden und glücklich. Die Eltern meiner Spieler sind toll, die Organisation und Unterstützung im Jugendförderverein ist auch super. Natürlich freue mich auch über meinen Bruder als Co-Trainer. Es darf erst einmal alles so bleiben, wie es ist!«